Mal etwas bunt

Zunehmend wende ich mich mehr und mehr der „anatalen Fotografie“ zu – analoge Aufnahme auf Film, digitale Weiterverarbeitung nach dem Einspannen. Diese Kombination lässt unendlich Raum für Spielereien…

Der Schwarz-Weiß-Film Tri-X von Kodak ist derzeit mein Lieblingsfilm. Keine Ahnung warum, ich habe mich eben auf ihn eingeschossen. Aber, so schön schwarz-weiß ist, manchmal möchte man es eben bunt – und ich wollte das mit meinem Lieblingsfilm erreichen.

Geht – es tut dem sparsamen Schwaben aber im Herzen weh! Man braucht drei Negative pro Bild, ich habe mich sogar für vier entschieden.

Erst einmal benötigt man drei Farbfilter: Rot, grün und blau. Farbfilter sind gar nicht so günstig, da war ein 5er Set aus Hong Kong gerade passend.

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Filterset

Die Kamera kam auf das Stativ und es wurden 4 deckungsgleiche Bilder gemacht, das erste ganz normal, die folgenden drei mit vorgehaltenem Farbfilter (und 4-fach längerer Belichtungszeit).

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Die vier deckungsgleiche Aufnahmen ohne / mit Farbfilter

Man muss schon länger hinschauen, um die Unterschiede in den Graustufen der vier Bilder auszumachen. Deutlichstes Beispiel: Das Wort „STEIN“, auf dem zweiten Buch von links, ist nur in der roten Aufnahme erkennbar. Alles in allem, wenig spektakulär.

Kommt nun aber Photoshop ins Spiel und man überträgt die drei gefilterten SW-Bilder in die passenden Farbkanäle – dann stellt sich schlagartig der gewünschte Effekt ein.

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Nun farbig

Nun, es wurde ja 4 Aufnahmen gemacht, es kommt also noch ein weiterer Schritt. Das reine SW-Bild wurde für die Helligkeit des Ergebnisses herangezogen, das bisherige Farbbild für die Farbe des Bildes. Zuletzt noch etwas Farbkorrektur durchgeführt, fertig war das Farbbild (nunmehr in der Gesamtsicht):

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Ein Farbbild aus 4 SW-Aufnahmen

Bei statischen Motiven geht diese Geschichte recht gut von statten, wenn sich zwischen den Aufnahmen etwas bewegt, dann wird das Ergebnis allerdings ebenfalls „bewegter“:

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Wind während den Aufnahmen

Hier haben die dünnen Äste während der Aufnahmen im Wind geschwankt. Kann man als Problem sehen oder auch als Vorstudie zu den Popartbildern eines Andy Warhol.

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Bewegung während den Aufnahmen

Aber, für das gerade bei der VHS Schorndorf anstehende Thema „Mobilität“, dazu könnte der Ansatz vielleicht taugen…