Rodinal 1:1000

Rodinal wurde am 27. Januar 1891 patentiert. Hauptneuerung war, dass der Filmentwickler nicht mehr als Pulver, sondern als flüssiges Konzentrat geliefert wurde, das nur noch im richtigen Verhältnis verdünnt werden musste.

rodinal_1zu500

Rodinal 1:500 – noch genügend Zeichnung vorhanden

Und das mit dem Verhältnis – das ist das Spannende an diesem Entwickler. Üblicherweise wird Entwickler im Verhältnis 1:25 oder 1:50 verdünnt.

Manche schwören auf eine höhere Verdünnung von 1:100 oder sogar mehr und lassen den Film für längere Zeit im Entwickler ruhen. Diese Vorgehensweise maximiert den Kanteneffekt und führt damit zu einer scheinbaren Erhöhung der Schärfe.

Ich selbst bevorzuge ein Verhältnis von 1:100 oder 1:166 und bade den Film 120 Minuten in Rodinal. Nur während der ersten 30 Sekunden wird einige Male gekippt, nach 60 Minuten wiederum, aber nur einmal. Ganz unabhängig von der Geschichte mit dem Kanteneffekt, sorgt diese Art der Entwicklung für extrem ausgeglichene Negative. Ich konnte bisher JEDEN Film nach dieser Methode entwickeln, egal wie lange er laut (manchmal fehlendem) Datenblatt zu entwickeln ist und egal, ob die einzelnen Bilder auf dem Film eher knapp oder eher reichlich belichtet wurden.

Für die Entwicklung von Dokumentenfilm werden auch mögliche Verdünnungen von 1:300 „gehandelt“. Ich selbst habe mal einen normalen Film mit 1:500 entwickelt, die Zeichnung war dünner, aber vorhanden und (fürs Scannen) noch brauchbar.

Wenn 1:500 geht, müsste doch eigentlich auch 1:1000 noch gehen – so meine heutige Überlegung die ich dann auch gleich in die Tat umgesetzt habe. Ein Rollfilm im Format 6×9 belichtet, ergibt ja nur 8 Aufnahmen und die waren dann auch zügig im Kasten und der Film anschließend im Jobo Tank. Zwei Stunden Entwicklungszeit + 5 Minuten Fixierzeit später warf ich dann einen ersten, neugierigen Blick auf den Film: Nichts, nada, niente, nothing, rien, nix! Es war keinerlei Zeichnung, nicht der kleinste Strich vorhanden.

Ich war dann doch ein bisschen erstaunt – der Film war eher reichlich denn knapp belichtet. Ein kurzer Check an der doch etwas betagten Plaubel Makina III zeigt aber einen vernünftig arbeitenden Verschluss. Ich kann mir nur vorstellen, dass ein Mindestwert für die notwendige chemische Reaktion nicht erreicht wurde – vielleicht der PH-Wert nun einfach zu niedrig war?